Cap Bon - Grombalia
Das Haus stammt aus der Protektoratszeit und war die ehemalige Bürgermeisterei
Überblick

Cap Bon - Grombalia
Postkartenansicht von Grombalia aus dem frühen 20. Jahrhundert - Bürgermeisterei - Bildquelle: Wikipedia
Die Kleinstadt Grombalia ist von den aus Spanien geflüchteten Mauren (Andalusier) im 17. Jahrhundert gegründet worden. Der Ort liegt im Nordosten von Tunesien inmitten einer Region mit Obst- und Gemüsegärten und vielen Weinbergen. Grombalia gehört verwaltungstechnisch zum Gouvernorat » Nabeul und hat etwa 15 500 Einwohner. Einst lebte hier eine große italienische Bevölkerungsgruppe, die sich während der » französischen Protektoratszeit hier ansiedelte. Jedes Jahr im September gibt es hier ein Weinfest. Von Grombalia - ganz in der Nähe liegt der 1977 angelegte deutsche Soldatenfriedhof "» Bordj Cedria" - gelangt man über die Autobahn wieder zurück nach Tunis (etwa 35 Kilometer).
Weinanbau

Cap Bon - Grombalia
Wachturm
Grombalia wird begrenzt von den Dörfern Semmech und Nouel im Norden, im Osten von Nianou, im Westen von der Autobahn und im Süden vom kleinen Städtchen Turki. Die Kleinstadt gehört geographisch zur » Halbinsel Cap Bon und ist 35 km von der Hauptstadt Tunis entfernt. Durch die Stadt führt die GP 1 nach Süden in Richtung » Hammamet und in nordwestlicher Richtung nach Tunis. Die Stadt erstreckt sich in der als besonders fruchtbar bekannten Grombalia-Ebene. Sie zeichnet sich durch ihre ertragreichen Böden, dem angenehmen Klima und der üppigen Niederschläge (zwischen 450 und 500 mm Niederschlag pro Jahr) aus. Auf einer Gesamtfläche von ca. 3500 Hektar wird » Wein angebaut.
Katholischer Friedhof

Cap Bon - Grombalia
Ehemaliger katholischer Friedhof der italienischen und französischen Siedler in Grombalia und Umgebung
Auch Obst wird angebaut und es gibt Olivenplantagen. In der Protektoratszeit gab es neben einer Minderheit von französischen Siedlern eine große italienische Kolonie. Das belegt auch heute noch der ehemalige katholische Friedhof am nördlichen Stadtrand. Umschlossen ist die Begräbnisstätte von einer hohen Mauer und sieht heute ziemlich verlassen aus. Ich betrete den Friedhof und schaue mir die Grabmäler an, die mich in ihrer Bauweise an Friedhöfe in Italien - und hier besonders an » Venedig - erinnern.
Grabdenkmäler

Cap Bon - Grombalia
Katholischer Friedhof
Es sind einzelne Grabdenkmäler, die irgendwann einmal für Generationen von Familien errichtet worden sind und in der kurzen Zeit ihrer Existenz nie ganz belegt waren. Bei einigen Grabstätten sind die Schächte eingebrochen und man kann bis tief auf den Boden schauen und links und rechts die einzelnen Grabkammern sehen. Zum Teil sind Sargreste zu sehen und auch der Blick auf die Gebeine in einigen Gräbern ist so möglich. Ich war erstaunt, wie tief diese Grabschächte einmal angelegt worden sind. Über dem Friedhof liegt ein eigentümlicher Brandgeruch, den ich erst wieder verliere, als ich diese Stätte verlasse.
Kolonisten
Ansonsten sind die Grabdenkmäler noch mit den Namen der hier bestatteten Familien gekennzeichnet. Einige Familiennamen sind zahlreich und tauchen mehrfach auf den verschiedenen Grabstätten auf. Sicherlich war dies eine große Familie. Auch hier überwiegt die Anzahl der italienischen Kolonisten. Aufgefallen ist mir, dass viele italienische Siedler von der vor der tunesischen Küste liegenden » Insel Pantelleria stammen. Auch aus Sizilien stammen viele Kolonisten, die einst sicherlich mit großen Hoffnungen nach Grombalia gekommen sind.
Aïn Tébournouk (Thebournuc)

Aïn Tébournouk
Römische Ruinenstätte bei Bou Arkoub
Nicht weit entfernt von Grombalia - in der Nähe des Ortes Bou Arkoub - liegt die römische Ruinenstätte Aïn Tébournouk - das antike Thebournuc. In alten Zeiten gab es hier eine Quelle, die die Römer sicherlich für ihre Zwecke genutzt haben und wahrscheinlich auch Bäder hier errichtet hatten. Die Ausgrabungsstätte erstreckt sich über ein großes Areal und es gibt einiges zu sehen, was von Interesse ist. So gibt es einen Damm, der die in Regenzeiten anfallenden Niederschläge aufstaut und somit ein kleiner Stausee entsteht. Die Ruinenstätte mit den Überresten des einstigen Kapitols von Thebournuc wurde von den Byzantinern mit einer Festung überbaut. Die antike Stätte liegt mitten im Dorf. Im Südwesten der Ortschaft soll ein römischer Grabbau zu finden sein. Weiterhin kann man ein monumentales Tor sehen, Reste des Forums und der Thermen.
Auch eine byzantinische Zitadelle ist in Teilen erhalten. Unweit der Ruinenstätte liegt das kleine Dorf Aïn Tébournouk, das mit seinem Namen schon auf die einstige Quelle hindeutet. Der nächst größere Ort heißt Bou Arkoub, in dem einst auch italienische Kolonisten siedelten. Hier ist der Wochenmarkt am Mittwoch. Es bietet sich die Möglichkeit, eine Rundwanderung um den Stausee zu unternehmen. Die Landschaft ist vielfältig und abwechslungsreich.
Veranstaltungen in Grombalia

Cap Bon - Grombalia
Bekannt ist das Weinfestival - Festival de la Vigne - in Grombalia. Die auch als Hauptstadt der Weinberge bekannte Stadt feierte im Jahr 2008 vom 23. - 30. August zum neunundvierzigsten Mal das Fest des Weines. Auf der internationalen Konferenz "Weinrebe" in Rom am 30. Oktober 1987 wurde Grombalia der Titel "Internationale Stadt der Rebe" verliehen. Die Gesamtfläche des Weinanbaus in dieser Stadt beträgt 3530 Hektar.

Cap Bon - Grombalia
Ehemalige Bürgermeisterei in Grombalia
Das Haus der Kultur in Grombalia organisiert kulturelle Veranstaltungen wie das "Festival der Marionetten". Die Stadt hat auch ein international bekanntes Basketballteam - das Dalia Grombalia - die in 2006 die Tunesische Meisterschaft gewannen. Weiter gibt es eine eigene Fußballmannschaft, Grombalia Sport und ein Tischtennisteam mit dem bezeichnenden Namen "Goldene Traube". Die Stadt Grombalia ist die Partnerstadt der italienischen Stadt Cisterna di Latina in Italien.
Nabeul

Nabeul
Die Provinzhauptstadt der » Region Cap Bon ist » Nabeul, gleichzeitig zweitwichtigste Töpferstadt in Tunesien. Neben dem Handwerk hat diese Stadt auch feine Sandstrände und schöne Hotels zu bieten. Sie zählt heute mit ihren handwerklichen und industriellen Betrieben zu den wichtigsten Städten des Landes. Am bekanntesten wurde sie durch die Töpferkunst, die noch auf römische Ursprünge zurückgeht und von den im Mittelalter....
Weitere Informationen zur Töpferstadt Nabeul in Tunesien finden » Sie hier.....!
Quellenhinweise:
Die Abbildung (Grombalia - Bâtiment du contrôle civile) stammt aus der Medienkategorie » Grombalia und steht unter der » GNU-Lizenz [34 KB]
für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Die 3 Fotos der römischen Ruinenstätte Aïn Tébournouk (Thebournuc) stammen von Herrn » Uwe Bigalke und wurden mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
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