Hermann L. Fürst von Pückler-Muskau (1785 - 1871)
Biographie

Schloss Muskau
Fürst Pückler, ein namhafer Schriftsteller und Weltreisender, war neben Peter Joseph Lenné und Friedrich Ludwig von Schell einer der bekanntesten deutschen Gartengestalter des 19. Jahrhunderts. Hermann Fürst Pückler wurde am 30. Oktober 1785 in Muskau geboren. Er entstammte einer alten schlesischen Adelsfamilie ab. Infolge der unglücklichen Ehe seiner Eltern kam er bereits mit 7 Jahren in ein Internat bei Bautzen und 1797 auf das Pädagogium in Halle. Wegen hoher Schulden musste er 1801 das begonnene Jurastudium in Leipzig schon nach 1 Jahr abbrechen. Er trat als Leutnant in die sächsische Garde du Corps in Dresden ein, wo er sich durch zahlreiche Eskapaden den Ruf des "tollen Pücklers" erwarb. 1804 nahm er Abschied vom Corps und bereiste die Schweiz, Frankreich und Italien.
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E.T.A. Hoffmann
(1776 - 1822)
Auf der Heimreise nach Muskau besuchte er 1810 Goethe in Weimar. Durch den Tod des Vaters wurde er 1811 zum Standesherrn des riesigen Muskauer Besitzes - dem Lausitzer Erbe. 1815 begann er damit, um das Renaissancegebäude herum beiderseits der Neiße einen Landschaftspark anzulegen, der heute 830 Hektar groß ist. 1817 heiratete er Lucie geschiedene Gräfin Pappenheim, Tochter des preußischen Staatskanzlers Hardenberg. Häufige Berlinaufenthalte brachten ihn in intensiven Kontakt zu literarischen Kreisen. Erwähnt sei hier die Freundschaft zu Rahel und Karl August Varnhagen von Ense, zu » E.T.A. Hoffmann, zu » Heinrich Heine und Achim und Bettina von Arnim.
Exentrischer Lebensstil
Seine Leidenschaft für Parkgestaltung und sein exzentrischer Lebensstil verschlangen Unsummen, so dass er mit seiner Frau 1826 eine Pro-Forma-Scheidung beschloss, damit er in England reich heiraten und Muskau sanieren könne. Die Englandreise von 1826 - 1829 brachte allerdings nicht den erhofften Erfolg, die von Varnhagen redigierten Reisebriefe an seine geschiedene Frau wurden aber zu einem der größten Bucherfolge des 19. Jahrhundert. Titel der Briefe: "Briefe eines Verstorbenen". 1835 reiste er nach Algerien, » Tunesien und » Griechenland- 1837 besuchte er Ägypten. Bevor er aber alle seine Ideen umsetzen konnte, ging ihm das Geld aus. Pückler war eine der schillernsten Personen seiner Zeit, der als Literat, Weltenbummler und Abenteuerer bekannt und geschätzt war. Er liebte die Schönheit, den scharfen Geist, die Kunst, die Frauen, gutes Essen, seine Freiheit und Unabhängigkeit, den Frühling und fremde Länder. Er war in vielen Ländern Europas, um die Architektur verschiedenster Gärten zu studieren.
Branitz
Diese Kenntnisse wandte er mit großen Erfolg in Muskau an. Nachdem er 30 Jahre dort gearbeitet hatte, zog er sich mit seiner Frau Lucie nach Branitz, dem Besitztum seines Vaters, zurück. Mit 61 Jahren beschloss er eine neue Landschaft zu schaffen mit Blumen, Straüchern, neu gepflanzten Bäumen und der in ganz Brandenburg bekannten Seepyramide, welche später ihm und seiner Frau als Grabstätte diente. Am 04. Februar 1871 verstarb Fürst Pückler von Muskau in Branitz. Der Branitzer Park wurde zu seinem besten und schönsten Garten und ist jetzt, rund 150 Jahre nach seiner Erschaffung, der Edelstein des Cottbuser Stadtbildes. Er lebte für die Kunst und ein paar Tage vor seinem Tode schrieb er in sein Tagebuch: "Kunst ist das Höchste und das Edelste im Leben, denn es ist Schaffen zum Nutzen der Menschheit. Nach Kräften habe ich dies mein langes Leben hindurch in der Natur geübt." Jochen Sievert
Foto: » Pixelio.de - Fotograf: Jochen Sievert
Gartenarchitektur

Schloss Branitz
Der "grüne" Fürst Pückler war nicht nur Landschaftsgestalter von Weltrang, sondern auch Reiseschriftsteller. Seine in „Briefe eines Verstorbenen“ beschriebenen England-Reisen sind Gegenstand der ersten gemeinsamen Ausstellung der Pückler-Stiftungen in Bad Muskau und Branitz. Beide Parks sind durch einen historischen, schon vom Gartenfürsten selbst genutzten Weg verbunden, für den man eine Kutschfahrt im Stile Pücklers buchen kann. Nördlich von Görlitz durchfließt die Neiße einen der wohl schönsten Landschaftsparks auf dem Kontinent. Fürst Pückler ließ sich von dem idylisch zwischen bewaldeten Hängen gelegenen Tal inspirieren und schuf ab 1811 ein Gartenreich beachtlichen Ausmaßes. Der ca. 750 ha große Park besteht auf deutscher Seite aus dem Schloss-, Bade- und Bergpark und auf polnischer Seite aus dem Unterpark, dem Arboretum und den Braunsdorfer Feldern. Entlang der Wege präsentieren sich wechselnde Landschaftsbilder mit einem genussvollen Geflecht von Blickachsen. Pückler schuf sie durch kunstvoll angepflanzte Gehölze, sorgsam plazierte Bauten und vor allen, in dem er die reizvolle Lage an den Hangterrassen des Neißetales nutzte.
Foto: » Pixelio.de - Fotograf: Lars Kunze
Liste des Weltkulturerbes der UNESCO
Das Projekt ruinierte Pückler, konnte aber dank zahlungskräftiger Nachfolger wie den Prinzen Friedrich der Niederlande sowie den Grafen von Arnim vollendet werden. 1845 verkaufte er Muskau und zog sich mitsamt Ehefrau Lucie auf den Erbbesitz in Branitz zurück, den Pückler natürlich auch in einen Landschaftspark verwandelte. 1945 wurde der Park durch die neue deutsch-polnische Grenze in zwei Teile dividiert und der damalige Besitzer Graf Arnim enteignet. Schon früh erkannte man den Wert der Anlage und bemühte sich um fachgerechte Pflege. In den 1990er Jahren intensivierte sich schließlich die Zusammenarbeit mit der polnischen Verwaltung. Die Kooperation entwickelte sich zu einem Vorzeigeprojekt internationaler Denkmalpflege, so daß durch die Arbeitsgemeinschaft beider Nationen beantragt wurde, den Park in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufzunehmen, was zwischenzeitlich ja auch geschehen ist.
Foto: » Pixelio.de - Fotograf: W. Behrends
Internationale Bauausstellung
Internationale Bauausstellungen prägen in Deutschland schon seit über hundert Jahren städtische Entwicklungsschübe mit großen baulichen Neuerungen. Der Wohnungsbau stand dabei traditionell im Mittelpunkt. 1989 bis 1999 war es die IBA Emscher Park, die sich erstmals der Umstrukturierung einer ganzen Region widmete, dem Emscher-Raum im Ruhrgebiet. Sie entwickelte hier einen neuen Typus von Kulturlandschaft. Diesen Ansatz greift die IBA Fürst-Pückler-Land im Süden des Landes Brandenburg auf und stellt 2000 bis 2010 das Thema „Landschaft“ in den Mittelpunkt ihres Wirkens.
Foto: » Pixelio.de - Fotograf: W. Behrends
Schloss Branitz

Schloss Branitz
In der Lausitz werden im Rahmen der Braunkohlegewinnung- und Sanierung Millionen Kubikmeter Erde bewegt. Wo sich einst das Energiezentrum der DDR befand, treffen Sie heute auf die größte Landschaftsbaustelle Europas. Hier werden Berge versetzt und neue Seen geschaffen. Teil dieses Wandlungsprozesses sind Industriebauten, Bergbaugeräte, Werkssiedlungen und großflächige Industrieareale, für die neue Bestimmungen zu finden sind. Am 27. Mai 2005 erhielt der Muskauer Park die ersehnte Urkunde: Der Fürst-Pückler-Park wird in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Bei der feierlichen Übergabe der Urkunde sagte der sächsische Ministerpräsident Milbrodt: "Der Fürst-Pückler-Park ist ein Garten der europäischen Freundschaft".
Foto: » Pixelio.de - Fotograf: rabe

IBA Fürst-Pückler-Land
Quellennachweis:
Die Fotos "Schloss Bad Muskau" und "» Hermann Ludwig Heinrich Fürst von Pückler-Muskau, 1785 - 1871" stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der » GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der » Autoren verfügbar.
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