Sousse

Sousse Mauern der Kasbah von Sousse






Überblick



Sousse (römisch: Hadrumetum) ist die drittgrößte Stadt des Landes - nach Tunis und Sfax. Arabisch wird sie Souza genannt. Die Stadt ist die Metropole des Sahel. Seit vielen Jahren ist Sousse durch eine Autobahn mit Tunis verbunden und somit von der tunesischen Hauptstadt, die 140 Kilometer weiter nördlich liegt, gut erreichbar. Sousse ist gleichzeitig auch die Provinzhauptstadt des gleichnamigen Gouvernorats. Die Stadt besitzt aufgrund der letzten Volkszählung (2004) 221.530 Einwohner. Sousse liegt am südlichen Golf von Hammamet an einem feinsandigen Strand. [1]



Sousse Place Farhat Hached mit seiner Büste




Sousse


Die Neustadt von Sousse, die in modernem Stil während der Protektoratszeit von den Franzosen erbaut wurde, umgibt ein malerisch schöner Altstadtkern, der einen wahren Schatz an Relikten aus der punischen und römischen Vorgängersiedlung Hadrumetum birgt. Die Altstadt von Sousse liegt sanft aufsteigend an einem Hügel und ist rundum von einer Stadtmauer umgeben. Die sehr zahlreichen Denkmäler arabischer Baukunst sowie das Archäologische Museum, das mit zahlreichen frühgeschichtlichen Exponaten von der langen Vergangenheit des Ortes erzählt, machen Sousse zu einem der sehenswertesten Orte im ganzen Land. [1]



Sousse - Neustadt Impressionen

Geschichte


Schon im 9. Jahrhundert v. Chr. war die Vorgängersiedlung des heutigen Sousse, das antike Hadrumetum, eine wichtige Ortschaft der Phönizier. Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. geriet sie unter karthagische Herrschaft. Der Ort wurde unter punischer, dann römischer und später auch vandalischer Herrschaft ein wichtiger Ausfuhrhafen für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse, die im fruchtbaren Hinterland produziert wurden. Während des Zweiten Punischen Krieges bekämpfte Hannibal von hier aus die Truppen des römischen Heerführers Scipio. [1]



Sousse - Medina Mauern der Medina von Sousse (Tunesien) - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Mathieu BROSSAIS – Lizenz: s.u.


Auch im Dritten Punischen Krieg spielte Hadrumetum eine wichtige Rolle: Sie wechselte die Fronten und erhielt dafür einige wichtige Privilegien, die sie aber wieder durch ihre Parteinahme für Pompejus im Bürgerkrieg gegen Julius Cäsar verlor. Nachdem sich die Stadt erholt hatte - das fruchtbare Hinterland, seine Erzeugnisse und die ausgedehnten Olivenhaine halfen ihm wirtschaftlich schnell wieder auf die Beine - erlitt die Vorgängersiedlung des heutigen Sousse einen erneuten Rückschlag nach der Teilnahme am gordischen Aufstand 238 n. Chr.. [1]



Sousse - Neustadt Impressionen



La Kasba

Blick auf die Kasbah von Sousse - eingebunden über Wikimedia Commons




Im 12. Jahrhundert wurde Sousse von den Normannen besetzt. Während der türkischen Herrschaft war es wie andere Hafenstädte ein Stützpunkt der Korsaren, die von den maghrebinischen Barbareskenstaaten aus operierten. Dies hatte Angriffe der Spanier, Franzosen und Venezianer zur Folge, die zum allmählichen Niedergang der Stadt führten.

Der Wiederaufstieg erfolgte erst in der französischen Kolonialzeit ab 1881 mit dem Bau der Neustadt und des Hafens, der vor allem der Ausfuhr von Phosphat diente und nur während des Zweiten Weltkrieges vorübergehend unterbrochen wurde.

Am 26. Juni 2015 sind bei dem Anschlag in Port El-Kantaoui 2015 auf eine Hotelanlage rund zehn Kilometer nördlich der Stadt Sousse mindestens 39 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch 2 Deutsche. [1]



Sousse - Neustadt Statue von Bourguiba in Sousse

Weltkulturerbe Medina von Sousse


Von den arabischen Eroberern wurden Festungsanlagen wie die Klosterfestung Ribat und die Kasbah erbaut. Die Altstadt mit über 30 Moscheen innerhalb der Mauern stammt zum großen Teil aus dem 11. Jahrhundert. Seit dem Jahr 1988 gehört sie zum Weltkulturerbe der UNESCO. Lange Zeit stand Sousse im Schatten der Metropolen Kairouan, Mahdia und Tunis. Immer aber hat die Stadt eine herausragende Bedeutung als wichtiger Hafen behalten.

Das ist bis heute so geblieben: Der Hafen und die Agrarerzeugnisse des Sahel sind die wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Stadt Sousse.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Weltkulturerbe der UNESCO der Medina von Sousse....!



Sousse - Medina Beginn der Altstadt mit Teilen der Stadtmauer

Stadtbesichtigung


Zu einer Stadtbesichtigung startet man am besten vom Verkehrsmittelpunkt aus, dem Place Farhat Hached im Nordosten der Medina. Von hier aus gehen die wichtigsten Straßen sternförmig ab. Etwas unterhalb des Place Farhat Hached liegt der Place des Martyrs. Die beiden Plätze bilden nicht nur den Verkehrsknotenpunkt der Stadt, sondern auch den Übergang von der Altstadt zur Neustadt von Sousse.

Nördlich des Place Farhat Hached liegt die Neustadt mit zahlreichen Banken, Läden und Geschäftshäusern. In östlicher Richtung des Platzes liegt der Hafen. An der südwestlichen Ecke des Place Farhat Hached zeigt die ansonsten vollständig erhaltene Stadtmauer einen tiefen Einschnitt an der Stelle des früheren Bab el-Bahr - Zeugnis eines britischen Luftangriffs von 1943. Durch diese klaffende Lücke gelangt man heute in die Medina der Stadt. [1]



Sousse - Medina Minarett der Madrasa az-Zaqqaq von der Rue de Sicilia aus gesehen - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Habib Mhenni - Lizenz: s.u.



Fondouk Daoui - actuellement musée Koubba

Fondouk Daoui – beherbergt heute das Museum Koubba - eingebunden über Wikimedia Commons



Medina


Die Medina von Sousse gehört zu den bedeutendsten Zeugnissen arabischer Baukunst im ganzen Land. Durch Jahrhunderte wechselhafter Geschichte ist sie unverändert geblieben und dadurch besonders faszinierend - nicht nur für den geschichtlich interessierten Besucher. Im überdachten Bereich der Souk el Reba ist das Warenangebot hauptsächlich touristisch orientiert. Hier werden Stoffe, Decken und Teppiche feilgeboten. Jenseits der Rue d'Angleterre befinden sich Lebensmittelgeschäfte und zahlreiche Marktstände, reich und bunt gefüllt mit Früchten und Gemüse.

Weiter die Rue d'Angleterre hinunter gelangt man in die Rue el-Mar. Hier liegen die beiden Moscheen Sidi Ali Amar und die nur acht Quadratmeter große Bou Fatah - die kleine Moschee wurde vermutlich von jenem Baumeister errichtet, der auch die Große Moschee gebaut hat. Läuft man dieser Verlängerung entlang bis zur Kreuzung Rue di Rempart Sud und biegt rechts ab, gelangt man zur imposanten Kasbah.



Sousse - Medina ...im Souk...

Kasbah


Der Eingang des Archäologischen Museums in der Kasbah liegt außerhalb der Stadtmauern - es ist auf jeden Fall einen ausgedehnten Besuch wert. Am besten verlässt man also erst die Medina durch eines der Stadttore, etwa durch das Bab el-Gharbi im Süden, und geht weiter an der wuchtigen Stadtmauer entlang bis zum Eingang der Kasbah. Sie wurde im Jahr 859 an der Stelle einer byzantinischen Befestigungsanlage errichtet. Ihr 30 Meter hoher Turm ist benannt nach dem Bauaufseher Khalef el Fatah. Er ist einer der ältesten Turmbauten in ganz Nordafrika und bietet aufgrund seiner Höhe eine hervorragend weite Sicht.

Damit übernahm die Kasbah dann auch die militärische Bedeutung des Ribat, der mit seinem kleineren Turm einfach nicht so gute Ausblicke ermöglichte. In der Protektoratszeit diente der Khalef el Fatah als Leuchtturm. In einem Teil der Kasbah befindet sich das städtische Gefängnis.



Sousse - Kasbah Außenmauern der Kasbah von Sousse

Mausoleum Sidi Yahya Ibn Omar


Mitten im Stadtzentrum von Sousse befindet sich der kleine Park Sidi Yahya, benannt nach einem Gebäude im nordwestlichen Teil dieses kleinen Gartens. Es handelt sich um das Mausoleum des Sidi Yahya Ibn Omar (828 - 902). Es ist ein gepflegtes, kürzlich renoviertes Gebäude umgeben von den Hauptstraßen der Stadt Sousse, u.a. der Avenue de la Republique. Das Mausoleum von Sidi Yahya ibn Omar beherbergt heute ein Archiv der Stadt Sousse. Es ist einer der wenigen Orte, die zwar zur Medina gehören, aber außerhalb ihrer Mauern liegen.



Sousse - Mausoleum Mausoleum des Sidi Yahya Ibn Omar

Weitere Informationen:

Sousse - Ribat Ganz in der Nähe des Eingangs zur Medina sieht man bereits den Turm des Ribat. Er thront wie eine Wehrburg, in der moslemische Soldaten in klosterähnlicher Zurückgezogenheit lebten. Die im 8. Jah...



Sousse - Große Moschee Nach einem kurzen Weg vom Place Farhat Hached in Richtung Medina trifft man auf die Große Moschee, die im Jahre 851 von den Aghlabiden unter dem Emir Abu l-Abbas Muhammad I. (841 - 856)) errichte...



Weitere Informationen:

Sousse - Archäologisches Museum Im Erdgeschoss eines der Gebäude der Kasbah befindet sich das Archäologische Museum von Sousse. Gleich nach dem berühmten Museum Bardo in Tunis findet sich hier die bedeutendste Antikensammlung T...







Ribat von Sousse


Ganz in der Nähe des Eingangs zur Medina sieht man bereits den Turm des Ribat. Er thront wie eine Wehrburg, in der moslemische Soldaten in klosterähnlicher Zurückgezogenheit lebten. Die im 8. Jahrhundert gegründete und im 9. Jahrhundert von den Aghlabiden ausgebaute Festung ist eines der schönsten Beispiele islamischer Sakralarchitektur. Ribat nennt man allgemein die wuchtigen Wehrklöster, die von den Aghlabiden um das 8. Jahrhundert überall in Tunesien gebaut wurden, von denen allerdings nur noch wenige erhalten sind....

Weitere Informationen zum Ribat von Sousse in Tunesien finden Sie hier....!



Sousse - Ribat Außenmauern des Ribat von Sousse

Große Moschee


Nach einem kurzen Weg vom Place Farhat Hached in Richtung Medina trifft man auf die Große Moschee, die im Jahre 851 von den Aghlabiden unter dem Emir Abu l-Abbas Muhammad I. (841 - 856) errichtet wurde. Diese Moschee ist mit der Sidi Oqba Moschee in Kairouan und der Ez-Zitouna Moschee in Tunis ein wichtiges religiöses Bauwerk in Tunesien. Zwei runde Wachttürme ragen an der nördlichen und südöstlichen Ecke der Außenmauer empor, wodurch die Moschee ihr wehrhaftes Aussehen bekommt....

Weitere Informationen zur Großen Moschee in Sousse in Tunesien finden Sie hier....!



Sousse - Moschee Große Moschee in Sousse - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Christian Manhart - Lizenz: s.u.

Archäologisches Museum Sousse


Im Erdgeschoss eines der Gebäude der Kasbah befindet sich das Archäologische Museum. Gleich nach dem berühmten Museum Bardo in Tunis findet sich hier die bedeutendste Antikensammlung Tunesiens. Exponate aus punischer, römischer und frühchristlicher Zeit dokumentieren die lange Geschichte der Stadt - und des ganzen Landes. Unter der fantastischen Auswahl der Mosaike findet sich etwa „Der Triumph des Bacchus", gefunden in Sousse, oder Grabstelen und Beigaben, die im punischen Tophet von Hadrumetum, der Vorgängersiedlung des heutigen Sousse, ausgegraben wurden....

Weitere Informationen zum Archäologischen Museum von Sousse in Tunesien finden Sie hier....!



Sousse Archäologisches Museum von Sousse - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Mietek L - Lizenz: s.u.



Catacombes chrétiennes, Sousse, 23 septembre 2013, (04)

Eingang zur Unterwelt von Sousse - Christliche Katakomben - eingebunden über Wikimedia Commons



...die Katakomben...


1888 entdeckten französische Archäologen die Katakomben, in denen die Christen der römischen Provinz Ifriqiya vom Ende des 2. Jahrhunderts bis zum Ende des 3. Jahrhunderts ihre Toten bestatteten. Die Katakomben erstrecken sich über eine Länge von 5 Kilometern und besitzen etwa 240 Gänge mit ungefähr 15 000 Grabstätten. Von den Katakomben in Sousse, die besser erhalten sind als die in Rom oder Neapel, kann man aber leider nur einen kleinen Teil besichtigen- einen Gang von etwa 300 m Länge mit 105 Gräbern. Die engen, schwach beleuchteten Galerien sind zwischen einem und drei Metern hoch und zu beiden Seiten erkennt man, meist in Dreiergruppen übereinander, die in den weichen Tuffstein getriebenen Wandnischen, in denen die Toten, in Leinentücher gewickelt, beigesetzt wurden.



Sousse Katakomben in Sousse - Bildquelle: Wikipedia (Public domain)


Früher waren die Nischen mit beschrifteten Gips- oder Marmorplatten verschlossen, heute ist die Mehrzahl davon lieblos zugemauert. Die Mosaiken und Grabbeigaben aus den Katakomben sind im Museum von Sousse ausgestellt. Ganz in der Nähe der Katakomben, auf der Straße nach Mahdia, ist jeden Sonntag Markt. Dann herrscht hier schon in den frühen Morgenstunden reges Treiben, wenn Bauern und Händler ihre Waren auf breiten Holztischen auslegen. Der Sonntagsmarkt von Sousse ist ein bekannter Trödel-, Vieh-, Bauern- und Gemüsemarkt.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Weltkulturerbe der UNESCO der Medina von Sousse....!



Sousse Katakomben - Bildquelle: Wikipedia (Public domain)

Quellennachweis:


1.:
Die Informationen zur Stadt Sousse in Tunesien basieren auf dem Artikel Sousse vom 12.09.2025 und stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Die Fotos aus der Wikimedia Commons "Große Moschee Sousse - Autor: Christian Manhart" - "Archäologisches Museum von Sousse - Autor: Mietek L" - "Eyecatcher: Außenmauer der Kasbah von Sousse mit dem Eingang zum Archäologischen Museum; Minarett der Madrasa az-Zaqqaq; (2 Fotos) - Autor: Habib M’henni" stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und sind lizenziert unter der Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported".

Das Foto aus der Wikimedia Commons "Mauern der Medina von Sousse (Tunesien) - Autor: Mathieu BROSSAIS" ist lizensiert unter der Namensnennung-Share Alike 4.0 International CC BY-SA 4.0 Deed Lizenz!



Info

Fotos aus Sousse












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